Aufnahme Pius Werlen   Der hl. Johannes (15. Jh., Pfarrkirche Münster)

  Taufnamen


In früheren Jahrhunderten (vor ca. 1900) erhielt bei der Taufe, eines der Kinder immer den Vornamen des Vaters, resp. der Mutter. Die übrigen Kinder erhielten fast immer den Vornamen von Onkeln, Tanten oder Paten. Starb ein Kind erhielt das nächstgeborene Kind gleichen Geschlechst, den Vornamen des Verstorbenen. Einzelne Vornamen gingen so von Generation zu Generation weiter.

Der beliebteste Vorname war Johannes gefolgt von Christian. Im 17. und 18. Jh. wurden von 10 Knaben schätzungsweise 6 mit einem dieser Namen getauft. Weitere gebräuchliche Taufnamen waren Joseph, Sebastian (Baptist), Anton, Ignaz, Thomas, Michael, Andreas, Bartholomäus, Peter, Egid ,Jakob, Theodul und Moritz..

In der Regel erhielt ein Kind zwei Taufnamen. Manchmal auch drei und vier Taufnamen. Die häufigsten Kombinationen waren Johann-Anton, Johann-Baptist, Johann-Franz, Johann-Josef, Johann-Christian. Welcher Taufnamen als Rufname gebräuchlich war ist nicht bekannt. Dieser lässt sich manchmal aus späteren Urkunden ableiten. Oft war es der zweite Taufname.

Beim weiblichen Geschlecht wurden im 17. und 18. Jh. die meisten Mädchen auf die Namen Anna, Maria und Catharina getauft . In der Regel in der Kombination Anna-Maria oder Maria-Katharina. gebräuchlich. Neben diesen Namen ware auch der Name Cäcilia gebräuchlich.

Seltenere Vornamen waren z. B. Alysa, Patientia, Philomena, Waldburga, Thekla, Euphrosina (alias Efresem), Wilhelm, Paul, Giroldus alias Gerhard, Gunterus, Salome, Cyprian und Werner.

PS:
In den im 17. und 18. Jh. im Obergoms gebauten Kapellen und Kirchen überwiegen die Darstellungen der heiligen Katharina, Anna, Maria und Cäcilia. Ob die häufige Verwendung gleichlautender Taufnamen durch diese Darstellungen verursacht wurde oder umgekehrt, ist nicht bekannt.
 
 

Zurück
 

Impressum . Web Adressen . Zurück zur Startseite  © Copyright R. Imwinkelried-Salzmann