Burgkirche Valeria bei Sitten, ca. 1870. Vorne, in der Bildmitte das Domherren-Palais (heute Museum).


 

 

 

Der Domherr
Johann Anton Imwinkelried   †1760

 

 

Johann Anton Imwinkelried wurde als Sohn des Christian Imwinkelried und der Verena Imahorn ca. 1640 in Obergesteln geboren. In Obergesteln erlebte er eine harte, aber glückliche Jugend mit seinen Geschwistern. Es zeichnete sich schon in seiner Jugendzeit eine tiefe Frömmigkeit bei ihm aus. Nicht selten wurde er allein, still betend, in der Kirche angetroffen. Es war darum allen verständlich, als er seinen Wunsch äusserte, Priester zu werden. So treffen wir ihn am 1.Januar 1657 als Student in Luzern an. War er bei den Jesuiten?
Am 10.Juni 1670 machte der Pfarrer von Münster ein Zeugnis für Anton.
1672 wurde er als Pfarrer von Stalden erwähnt. Einige Jahre später erhielt er die Domherrenwürde.
Am 30.März 1682 war er immer noch Pfarrer von Stalden und Domherr.
Im Spätherbst des Jahres 1684 zog er wahrscheinlich nach Sitten, nachdem am 23. September der Grosskantor Theodul Supersaxo gestorben war. Am 19. November 1685 war er der 11. unter den 12 residierenden Domherren.
1688 war er Kastlan des Schlosses Valeria. Zwei Jahre später wurde ihm das Archiv anvertraut.
Im Jahre 1696 wurde erwähnt, dass Dr. Johann Anton Imwinkelried bei Meinungsver-
schiedenheiten im Domkapitel den Streit auf überzeugende Art schlichten konnte.
Domherr Johann Anton Imwinkelried war für seine gute Rhetorik bekannt und gefürchtet. So erfahren wir, dass am 13. Dezember 1697 sechs Ratsherren von Sitten vor dem Domkapitel erschienen. Diese klagten über die Schmach, die dem Rat der Stadt Sitten, durch gewisse Worte des Domherren Imwinkelried, angetan wurden. Sie wollten wissen, ob er dies auf Geheiss des Domkapitels gesagt hatte und verlangten Genugtuung.
Am 30. Juni 1698 war er zum Grosssakristan des Domkapitels gewählt worden. Dies war damals die zweitbeste Pfründe( =Einkommen durch ein Kirchenamt)!
Einige Jahre später, am 25. Dezember 1706, starb er im Rufe der Heiligkeit auf Valeria. Er wurde beerdigt in dieser Kirche, in der Nähe des Grabmals des Bischofs Wilhelm VI.
Als im Juli 1875 sein Grab nochmals aufgenommen wurde, war sein Körper teilweise noch unversehrt.




 
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