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Bild: Josef Imwinkelried (1887 - 1970)


Wie bereits im Vorwort erwähnt, gehen wir hier den Fragen nach wo und wie unsere Vorfahren gelebt haben?

In der ausgehenden La-Tène Zeit(480 v.- 50. v Chr.) wurde das Wallis durch die Kelten besiedelt. Im ganzen Wallis gab es wahrscheinlich vier verschiedene Stämme. Im Oberwallis besiedelte der Stamm der "UBERER" den Siedlungs-raum. Vermutlich lebten die Kelten vorwiegend von der Landwirtschaft. Bei wichtigen Passübergängen betätigten sich die Männer als Säumer, Fuhrhalter und Träger. Das diese These mit den Keltischen Vorfahren stimmt, wurde kürzlich durch einen DNA Test  der Firma iGENEA http://www.igenea.com untermauert. Laut diesem DNA Test entstammen meine Vorfahren und ich dem Urvolk der Kelten. Unser Ursprungsland ist Irland. 

Die Römer stiessen ab 125 v. Chr. allmällich ins Wallis vor. Der grosse Sankt Bernhard spielte bei diesem Vorstoss eine strategische Rolle.  Bald schon merkten die Römer, dass dieser Passübergang die kürzeste Verbindungs- und Nachschublinie zwischen Oberitalien und Nordgallien darstellte. Die Römer nannten das Wallis - Vallis (Tal) und seine Einwohner Vallenses. Die meisten Walliser lebten von der Landwirtschaft. Viele von ihnen waren jedoch Bergbauern, die sich im Sommer vorwiegend der Alpwirtschaft widmeten. 

Im Frühmittelalter wurde das Oberwallis von alemannischen Siedlern germanisiert. Ein Teil der Siedler so lautet eine These ist über die Grimsel ins Goms gezogen. Andere Siedlergruppen sind vermutlich aus dem Kandertal zugezogen. Dadurch lässt sich erklären, dass es heute im Oberwallis zwei Mundartgruppen gibt, von denen die Westlichen die Besonderheiten des Kandertaler- und die Östliche (Region Goms) die Eigentümlichkeiten des Haslitaler Dialekt widerspiegeln.

Als die Alemanen ab dem 8.Jahrhundert das Oberwallis in Besitz nahmen, fanden sie dort sehr viel freien Raum vor, weil das Gebiet sehr dünn besiedelt war. Sie legten in den Waldlichtungen und in der Umgebung der bestehenden Dörfer und Weiler ihre Höfe an. Diese wurden von Sippen mit je vier bis fünf Familien bewirtschaftet.

Im Jahre 999 schenkte der Burgunderkönig Rudolf III. Bischof Hugo von Sitten und seinen Nachfolgern die Grafschaft Wallis. Von nun an verfügte der Bischof von Sitten über lange Zeit sowohl über die geistliche und die weltliche Gewalt.

Im 11. Jahrhundert übernahm der Graf von Savoyen die Herrschaft über das Unterwallis. Immer wieder kam es zwischen dem Bischof von Sitten und dem Graf von Savoyen betreffend Grenzstreitigkeiten zu Auseinandersetzungen. 1392 wurde zwischen Savoyen und dem Wallis eine klare Grenze gezogen und das bischöfliche Wallis umfasste von nun an die sieben Zehnden: Sitten, Siders, Leuk, Raron-Mörel, Visp, Naters-Brig und das Goms.


Zu den Entstehungen der Gemeinden im Oberwallis weiss man nur wenig. Im Hochmittelalter gehörten die Weiden, Alpen und Wälder den reichen Grundherren und Familien (z.B. von Thurn, von Raron usw.). Die Bauern konnten die Weideflächen jedoch gegen Abgaben nutzen. Im 13. Jahrhundert gründeten die Bauern erste Genossenschaften und stellten Reglemente auf. Im 14. Jahrhundert verarmten zahlreiche Adelige und einige verliessen das Land. Jetzt ergriffen die Gemeinden die Gelegenheit und kauften ihnen die Gemeingüter ab.

Ab dem 15. Jahrhundert erstellten die Gemeinden ihre Rechtsordnungen. Der Nutzen an den gemeinsamen Weiden und Wälder wurde ebenfalls geregelt. Die alteingesessenen Einwohner nannten sich nun Burger. Zugewanderte nahmen die Burger nur sehr ungern in ihren Kreis auf. Das Grundeigentum war ein beschränktes Gut und vermochte in einer rein bäuerlichen Gesellschaft nur eine begrenzte Anzahl Menschen zu ernähren. Der Walliser Bauer betrieb zu jener Zeit gleichzeitig Viehzucht und Ackerbau. Neben Weizen wurden auch Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Rüben und Bohnen angepflanzt. Hanf und Flachs wurde angebaut für Tücher und Bekleidung. In den Dörfern von Mörel abwärts gab es Baumgärten  mit Äpfel, Birnen, Nüssen, Kirschen und Weinberge bis hinunter nach St.Maurice.

Wie die Häuser der einfachen Bauers-leuten vor dem 15. Jahrhundert ausgesehen haben, weiss man heute nicht genau. Wahrscheinlich lebten Menschen  und Tiere ursprünglich unter einem Dach. Die Tiere bewohnten das Erdgeschoss und die Menschen das Obergeschoss. Die ältesten erhaltenen Oberwalliser Bauernhäuser stammen aus dem 15. Jh. Man nennt sie wegen ihres hohen Alters "Heidenhäuser". Sie bestanden aus einem Keller, einem Wohn- und einem "Loibe-" Geschoss.

Bild: Heidenhaus in Münster / Wallis. Ehemaliges Wohnhaus des Peter Imwinkelried, gest. 1637

Im Gegensatz zu den kleinen Dörfern im Oberwallis lebten in der Stadt Sitten (1269) verschiedenste Handwerker, Berufsleute  und Händler. So gab es dort Kaufleute, Wirte, Metzger, Müller, Fuhrleute, Zimmermänner, Schneider, Gerber und Schuhmacher. Ebenfalls lebten dort höhere Beamte wie: Notare, bischöfliche Beamte, Domherren, Geistliche, Apotheker und Ärzte.

Quelle: Fibicher, Arthur, Walliser Geschichte, Band 1 + 2